Spielverzögerung beim Aufschlag bzw. zwischen Aufschlägen

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tt-martin
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Beitrag von tt-martin »

Wer kann mir bitte kompetente Auskunft geben?

Fall 1:
Spieler ist am Aufschlag, steht am Tisch, lässt den Ball im linken vorderen Eck immer wieder auffallen bzw. flippen, fängt ihn mit der linken Hand auf, dann mit dem Schläger wieder auf den Tisch (durchschnittlich zwischen 3 und 4 Sekunden), dann nimmt er den Ball in die geschlossene Hand, kühlt noch für ca. 2 Sekunden mit dem Schlägerblatt das Gesicht, dann 2 Sekunden Ball auf dem offenen Handteller und korrektes Service.

Insgesamt zw. 5-8 Sekunden bei jedem Aufschlag.

Der Spieler behauptet, das Service beginnt erst in dem Moment, in dem der Ball auf dem Handteller liegt und - der Spieler hätte für jedes Service 3 Sekunden Zeit.

Fall 2:
Spieler schlägt vor jedem Service mehrere Male (5-10 Mal) den Ball auf den Boden, und grinst den Gegner an, bevor er aufschlägt.

Fall 3:
Nach jedem Punkt geht der Spieler zu einem neben dem Tisch vorbereiteten feuchten Bodentuch, um die Schuhsohlen anzufeuchten, wegen der (angeblichen) Rutschgefahr.



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stealth
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Beitrag von stealth »

prinzipiell ist das spiel ohne unterbrechungen zu führen, abgesehen von ballholen, handtuch alle 6 punkte, timeout...
eine genaue angabe eines zeitrahmens gibt es nur für das timeout = 1 minute, daraus folgert dass die kleineren unterbrechungen dementsprechend deutlich kürzer sein müssen. das handbuch für schiedsrichter nennt es so kurz wie möglich (as short as it is practicable). persönlich hätte ich gesagt, zb handtuch max 15 sek, sohlenbefeuchten 10 sek, serviceritual 5 sek... aber das liegt im ermessen des schiedsrichters und hängt natürlich vom spielstand ab, bei 10:10 im 5.satz ist man toleranter als bei 3:1 im 1.satz. wenn jemand verschiedene teile kombiniert (langsames ballholen, schuhbinden, sohlenbefeuchten..) und es summiert sich, dann muss man als schiedsrichter sicherlich einschreiten.
in diesem zusammenhang sei auch ein häufiger irrtum erwähnt, nämlich dass man nur alle 6 punkte zum handtuch darf. man darf auch zum handtuch, wenn der ball aus der box ist und geholt werden muss, und es daher keine spielverzögerung aufgrund des handtuches gibt. denn der grund der einschränkung für den gebrauch des handtuches ist alleinig in der spielverzögerung verankert.
konkret:
fall 1
bei 8 sek wäre es für mich zu lang (ist aber auch abhängig ob der spieler sonst noch verzögert). das service beginnt zwar erst wenn der ball ruht, das ist aber irrelevant für die spielverzögerung, denn die findet ja immer davor statt.
fall 2
bei 10x wäre es für mich auch zu lange (1-3x ist auch für ein ritual ausreichend), ob er dabei grinst ist mmn wurscht, ist eben ein fröhlicher mensch. wichtig ist ob dann der ball ruht und der gegner erkennen kann, wann das service beginnt.
fall 3
dagegen ist nichts einzuwenden, wenn er es zügig ausführt. als spielverzögerung kann man es durchaus auffassen, wenn er erst zum nassen fetzen geht, in dem moment der gegner schon spielbereit ist, also nicht unmittelbar während/im anschluss des ballholens.



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noppenkiller
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Beitrag von noppenkiller »

Quote:
in diesem zusammenhang sei auch ein häufiger irrtum erwähnt, nämlich dass man nur alle 6 punkte zum handtuch darf. man darf auch zum handtuch, wenn der ball aus der box ist und geholt werden muss, und es daher keine spielverzögerung aufgrund des handtuches gibt. denn der grund der einschränkung für den gebrauch des handtuches ist alleinig in der spielverzögerung verankert.

@stealth

wo ist das beschrieben, dass man in diesem fall zum handtuch darf??
würde mich interessieren, weil ich auch schon mal einen anschiss bekommen hab(ball kaputt - neuer ball geholt), weil ich nicht auf die 6 punkte-regel geachtet hab und zum handtuch gegriffen hab.

@tt-martin

ich kann dir keine kompetente antwort geben, ausser dir zu raten, dich von solchen kleinigkeiten nicht beeinflussen zu lassen. selbst wenn es regelwidrig ist, wird dein gegenüber nach deiner reklamation,(sofern es auch vorher schon absicht war) sicher keine rücksicht darauf nehmen. im gegenteil, er wird es noch provukativer ausführen, da er jetzt ja weiss, dass es dich stört.





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Beitrag von stealth »

@noppenkiller
handbook for match officials (download auf der ittf-homepage)

13.3 Towelling

13.3.1 It is the duty of the umpire to ensure that any interruptions are as short as is practicable and that players do not take advantage of any concessions to gain extra rest periods or disturb the rhythm of an opponent’s play. The pace of modern table tennis, especially when played in warm conditions, makes occasional breaks for towelling necessary but such breaks are now limited to specified stages of play.

13.3.2 Players are entitled to brief breaks for towelling after every 6 points from the start of a game, and at the change of ends in the last possible game of a match. Spectacle wearers can have particular problems, especially in hot conditions, and the umpire may allow them short breaks for cleaning between any rallies.

13.3.3 The purpose of the restriction on towelling is to prevent it being used as a delaying tactic, either to gain extra rest time or to disturb the rhythm of an opponent’s game. There is no reason why players may not towel at times which do not further interrupt the continuity of play, such as when the ball is being retrieved from outside the playing area, but care must be taken that players do not deliberately cause such breaks.


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Beitrag von noppenkiller »

danke für die rasche antwort,...........auf deutsch steht das nirgends, gell? weil ich hätts sonst gerne ausgedruckt und mit in die tasche genommen (kommt sicher alle 10 jahre 1 x vor)





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Beitrag von tt-martin »

"Ich kann dir keine kompetente antwort geben, ausser dir zu raten, dich von solchen kleinigkeiten nicht beeinflussen zu lassen. selbst wenn es regelwidrig ist, wird dein gegenüber nach deiner reklamation,(sofern es auch vorher schon absicht war) sicher keine rücksicht darauf nehmen. im gegenteil, er wird es noch provukativer ausführen, da er jetzt ja weiss, dass es dich stört."

@ noppenkiller

Genau so war es, zumal auch noch der Schiedsrichter vom gegnerischen Team war.




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Beitrag von tt-martin »

Hab noch etwas in einem anderen Forum gefunden:

Psychospielchen sind nicht ungewöhnlich.
Das Auftippen des Balls, Aufschlagrituale, Schuhe zubinden, Handtuch, betont langsam Bälle holen und aufheben, auf den feuchten Lappen gehen, vermeintliche Schweißtropfen oder Schmutz vom Tisch abwischen,

Netz berühren (dafür kann man eine gelbe Karte geben) häufiges Brille putzen.

Andere beispiele die genauso sind:
Nach jedem Ballwechsel geht der Spieler zum Netz und wischt da seine Hand ab
Er pustet in die Hand um sie zu trocknen
Er wischt die Hand/den Schläger am Trikot/hose ab
Er putzt seine Brille.
Er läuft nen Riesenbogen bis zur hinteren Bande/Wand...

Und noch etwas:

1.
Der Schiedsrichter am Tisch ist dafür verantwortlich, für ein ununterbrochenes Spiel zu sorgen. Wenn er der Meinung ist, ein Spieler verzögert das Spiel, so kann er diesen ermahnen, in schwereren Fällen auch verwarnen (gelbe Karte zeigen), mit allen daraus resultierenden Folgen wie rot-gelbe Karte und Strafpunkt im Wiederholungsfall etc.
Dazu braucht er kein ausgebildeter Schiedsrichter zu sein. Auch der als Zähl-SR eingesetzte Mannschaftskollege oder Zuschauer kann so verfahren. Allerdings sollte er sich dabei tatsächlich unparteiisch und neutral verhalten.

2.
Von den Tischtennisregeln würde ich mir in den genannten Fällen in der Praxis nicht viel Hilfe versprechen. Die Durchsetzbarkeit ist angesichts der Gummiparagrafen und der unklaren Formulierungen im Amateurbereich kaum möglich. Es verbleibt ein Appell an die sportliche Fairness. Bleibt diese ohne Wirkung, muss man selbst entscheiden, ob man das Spiel als Lamm, als Berserker oder als Psychokrieger fortführt.


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Beitrag von stealth »

Quote:
Und noch etwas:
Der Schiedsrichter am Tisch ist dafür verantwortlich, für ein ununterbrochenes Spiel zu sorgen. Wenn er der Meinung ist, ein Spieler verzögert das Spiel, so kann er diesen ermahnen, in schwereren Fällen auch verwarnen (gelbe Karte zeigen), mit allen daraus resultierenden Folgen wie rot-gelbe Karte und Strafpunkt im Wiederholungsfall etc.
Dazu braucht er kein ausgebildeter Schiedsrichter zu sein. Auch der als Zähl-SR eingesetzte Mannschaftskollege oder Zuschauer kann so verfahren. Allerdings sollte er sich dabei tatsächlich unparteiisch und neutral verhalten.

wer behauptet das, und für welches bundesland?




tt-martin
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Beitrag von tt-martin »

Noch eine Meinung:

fall 1
bei 8 sek wäre es für mich zu lang (ist aber auch abhängig ob der spieler sonst noch verzögert). das service beginnt zwar erst wenn der ball ruht, das ist aber irrelevant für die spielverzögerung, denn die findet ja immer davor statt.
fall 2
bei 10x wäre es für mich auch zu lange (1-3x ist auch für ein ritual ausreichend), ob er dabei grinst ist mmn wurscht, ist eben ein fröhlicher mensch. wichtig ist ob dann der ball ruht und der gegner erkennen kann, wann das service beginnt.
fall 3
dagegen ist nichts einzuwenden, wenn er es zügig ausführt. als spielverzögerung kann man es durchaus auffassen, wenn er erst zum nassen fetzen geht, in dem moment der gegner schon spielbereit ist, also nicht unmittelbar während/im anschluss des ballholens.

und:

Wie lange darf sich ein Spieler Zeit lassen, um wieder an die Platte zu kommen. Letzte Runde gab es einen Gegner, der nach jedem Ballwechsel sein Schuhe wieder angefeuchtet hat, sie trocken getreten hat, sich konzentriert hat und dann nach dieser Zeremonie an die Platte gekommen ist, und das nach jedem Ballwechsel.

sowie:

Solche typen mag ich ja gar nicht. das problem ist auch hier wieder mal, dass im meisterschaftsspiel kein offizieller schiedsrichter eingesetzt wird. dieser könnte dieses verhalten (und würde es wahrscheinlich auch) als spielverzögerung auffassen und den spieler entsprechend verwarnen. die sache mit dem schuhe anfeuchten dürfte auch nur auf rutschigem parkettboden o.ä. akzeptabel sein. erlaubt sind auf jeden fall nur die pausen zum abtrocknen nach jeweils 5 ballwechseln, dazwischen muss das spiel so schnell wie möglich fortgesetzt werden.




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Beitrag von tt-martin »

Schon wieder etwas gefunden:

Christian Pörtzel, Tauchaer 2003:
Quote: Vorfall (Verzögerter Aufschlag): Spieler A steht zum Aufschlag bereit am Tisch , B erwartet den Aufschlag. Es vergehen ca. 10 Sekunden. Irgendwann in dieser Zeitspanne bringt A den Aufschlag. Für B ist es unmöglich, sich auf die Wiedergabe zu konzentrieren, da er zusätzlich das Problem hat, wann mit dem Aufschlag zu rechnen ist. Wenn B diesen Vorgang unterbricht zählt das als Fehler für B.
Entscheidung: Nach den Internationalen Tischtennis-Regeln B-4.4.1 gilt (Zitat): "Grundsätzlich wird ein Spiel ohne Unterbrechung geführt." Hier ist also der Schiri gefragt. Es liegt in seinem Ermessen, ob der Aufschläger zum zügigeren Aufschlag aufgefordert werden muss. Ich würde dies tun, da mir 10 Sekunden eindeutig zu lang sind und zu einer Spielverzögerung führen. (23.10.2003)
Kommentar: Ich würde als Zählschiedsrichter den Spieler A ermahnen, da mir 10 Sekunden eindeutig zu lang sind und zu einer unberechtigten Spielverzögerung führen.

und:

THÜRINGER TISCHTENNIS-VERBAND e. V.
Schiedsrichter-Rundschreiben Nr. 1/2007

Strafsystem (PPS – Penalty-Point-System):
Trotz allem Verständnis für Emotionen und tolle Ballwechsel sind bestimmte
Verhaltensweisen nicht gern gesehen. Ball wegschlagen oder zertreten, Schlägerwerfen, zu
häufiges lautes Schimpfen, unanständige Ausdrücke, Spielverzögerung etc. sind einige der
Dinge, die sich nicht gehören.
Bitte auch nicht aus falschem Verständnis für die Spieler einfach wegsehen, man kann
durchaus einen Spieler auch einmal mündlich ermahnen, dies sollte man aber auch tun.
Wenn dann das Strafsystem angewandt wird, dies bitte auch korrekt anwenden, also:
• Spieler:
Gelbe Karte = förmliche Verwarnung
1. Gelb - Rote Karte = 1 Strafpunkt (für den Gegner)
2. Gelb – Rote Karte = 2 Strafpunkte (für den Gegner)
OSR (!) disqualifiziert (Rote Karte)
Strafpunkte werden in den nächsten Satz übernommen, nicht aber in ein folgendes Spiel.




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Beitrag von stealth »

Quote:
Strafpunkte werden in den nächsten Satz übernommen, nicht aber in ein folgendes Spiel.

VORSICHT! im selben mannschaftswettkampf schon! 3.5.2.3



tt-martin
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Beitrag von tt-martin »

Zu Fall 1:

Ist es korrekt, den Ball vor dem Aufschlag mit der freien Hand mehrmals
auf den Boden oder gegen den Schläger schnellen zu lassen? Hat der Aufschläger das Recht, den Gegner damit zu irritieren oder sich genügend Zeit für seinen Aufschlag zu verschaffen?
Klaus Mittel, 76661 Philippsburg

Solange der Ball nicht im Spiel ist, wird die von Ihnen beschriebene Situation nicht zu beanstanden sein. Im Spiel ist der Ball gemäß Ziffer 5.2 der 11-Regeln A nämlich vom letzten Moment an, in dem er - bevor er absichtlich zum Aufschlag hoch geworfen wird - auf dem Handteller der freien Hand ruht, bis der Bollwechsel als Let (Wiederholung) oder als Punkt entschieden wird.
Gleichwohl fällt es gemäß Ziffer 3.2.3.9 der 11-Regeln B in die Verantwortlichkeit des Schiedsrichters, für ununterbrochenes Spiel zu sorgen. Es kommt deshalb auf eine Einzelfall-Entscheidung des Schiedsrichters an, der diesem Treiben — sofern es offensichtlich ausschließlich der Irritation des Gegners beziehungsweise einer Verzögerung dienen soll — ein Ende bereiten kann.
Michael Keil
aus „deutscher tischtennis-sport“ (Ausgabe 06/2005)


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Beitrag von stealth »

ergänzung zum ittf-handbook for match officials:
es handelt sich um eine empfehlung und interpretationshilfe der ittf-regeln von der ittf. es ist aber nicht bindend. dh ein schiedsrichter kann streng nach regeln entscheiden und den spielraum, der zuweilen im handbuch aufgezeigt wird, ignorieren.


tt-martin
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Beitrag von tt-martin »

Ein Tipp von einem Kollegen aus Deutschland:

Wenn es mich mal ärgert, dann warte ich geduldig, bis er sich zuende konzentriert hat und loslegen will, ja und dann hebe ich die Hand und massiere mir den Nacken, reibe mir das Auge .... es gibt ja sooo viele pflegebedürftige Körperteile.


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Beitrag von tt-martin »

Klaus aus Deutschland schrieb mir

Ich kenne auch so einen Typ, das Spiel dauert in der Regeln 30-40 Minuten wenn es über alle Sätze geht. Es ist so seine Masche fast nach jedem Ballwechsel das Gesicht abzuwischen, extra langsam den Ball holen zu gehen, die Sohlen befeuchten, etc. er findet immer irgendwas um alles in die Länge zu ziehen. Aber ohne Schiri kann man da nix machen.


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Harnikfan
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Beitrag von Harnikfan »

Ich hätte noch eine andere Frage. Steht irgendwo geschrieben, wie lange die "Pause" zwischen den Sätzen ist?
In der DSG sind wir da nicht so genau, da wird teilweise die Toilette aufgesucht, etwas getrunken, kurz mit den Mitspielern gesprochen. Was mich allerdings stört ist, wenn beide Spieler eigentlich schon bei der Platte stehen, der eine jedoch kurz davor noch einmal seine Schuhbänder bindet (oder zumindest an den Schuhbändern herumzupft)

Außerdem sehr gemein finde ich, wenn man einen Lauf hat und mit dem Service an der Reihe ist, der Gegner sich jedoch ewig Zeit lässt um den Ball zurück zu schupfen.


Sind wir nicht alle ein bisschen "Ping Pong"?

Nikmido
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Beitrag von Ballonverteidiger »

Quote:
Ich hätte noch eine andere Frage. Steht irgendwo geschrieben, wie lange die "Pause" zwischen den Sätzen ist?
In der DSG sind wir da nicht so genau, da wird teilweise die Toilette aufgesucht, etwas getrunken, kurz mit den Mitspielern gesprochen. Was mich allerdings stört ist, wenn beide Spieler eigentlich schon bei der Platte stehen, der eine jedoch kurz davor noch einmal seine Schuhbänder bindet (oder zumindest an den Schuhbändern herumzupft)

Außerdem sehr gemein finde ich, wenn man einen Lauf hat und mit dem Service an der Reihe ist, der Gegner sich jedoch ewig Zeit lässt um den Ball zurück zu schupfen.


Während den Sätzen sowie bei TimeOut 60 Sekunden/1 Minute Unterbrechung. Die Box darf hierbei von keinem der beiden Spieler verlassen werden.

Abwischen mit dem Handtuch nach allen 6 gespielten Punkten, sprich auch eine geringfügig längere Spielunterbrechung. Zwischen den Punkten muss ich ehrlich gestehen, weiß ich nicht, ob es eine Sekundenregelung gibt (wie beispielsweise beim Tennis 20 sek., an die sich auch viele aber nicht halten). Im Endeffekt liegt es im Ermessen des Schiedsrichters, der bei zu langer Verzögerung in den meisten Fällen zuerst darauf hinweisen und in weiterer Folge die gelbe Karte zücken wird.


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stealth
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Re: Spielverzögerung beim Aufschlag bzw. zwischen Aufschlägen

Beitrag von stealth »

eine kleine ergänzung:
3.4.4.7 Die Spieler müssen während des gesamten Individualspiels im Spielraum (der Box) oder in dessen Nähe bleiben; Ausnahmen bedürfen der Zustimmung des Oberschiedsrichters. Während der Pausen zwischen den Sätzen und während einer Auszeit dürfen sich die Spieler nicht mehr als 3 Meter vom Spielraum (der Box) entfernt unter Aufsicht des Schiedsrichters aufhalten.
das gilt für öttv-veranstaltungen. ich weiß nicht welches regelwerk die dsg anerkennt.
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Harnikfan
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Re:

Beitrag von Harnikfan »

Ballonverteidiger hat geschrieben:
Harnikfan hat geschrieben: Ich hätte noch eine andere Frage. Steht irgendwo geschrieben, wie lange die "Pause" zwischen den Sätzen ist?
In der DSG sind wir da nicht so genau, da wird teilweise die Toilette aufgesucht, etwas getrunken, kurz mit den Mitspielern gesprochen. Was mich allerdings stört ist, wenn beide Spieler eigentlich schon bei der Platte stehen, der eine jedoch kurz davor noch einmal seine Schuhbänder bindet (oder zumindest an den Schuhbändern herumzupft)

Außerdem sehr gemein finde ich, wenn man einen Lauf hat und mit dem Service an der Reihe ist, der Gegner sich jedoch ewig Zeit lässt um den Ball zurück zu schupfen.


Während den Sätzen sowie bei TimeOut 60 Sekunden/1 Minute Unterbrechung. Die Box darf hierbei von keinem der beiden Spieler verlassen werden.

Abwischen mit dem Handtuch nach allen 6 gespielten Punkten, sprich auch eine geringfügig längere Spielunterbrechung. Zwischen den Punkten muss ich ehrlich gestehen, weiß ich nicht, ob es eine Sekundenregelung gibt (wie beispielsweise beim Tennis 20 sek., an die sich auch viele aber nicht halten). Im Endeffekt liegt es im Ermessen des Schiedsrichters, der bei zu langer Verzögerung in den meisten Fällen zuerst darauf hinweisen und in weiterer Folge die gelbe Karte zücken wird.
Wollte grad (aus gegebenem Anlass) die gleiche Frage nochmal stellen, hab ich aber bereits wie ich gerade gesehen hab :D
Ist vielleicht auch für den xLeitix interessant :D
Jedenfalls waren die Satzpausen gestern definitiv zu lang, da wesentlich länger als eine Minute.

Zusatzfrage (möchte keinen eigenen Tread aufmachen): Wie ist das mit dem Ball herunterfangen nach einem Serviceaufwurf?
Mir ist gestern 2x passiert, dass ich mir den Ball total schief nach hinten aufgeworfen habe. 1x hab ich den Aufschlag trotzdem ausgeführt und deshalb auch nicht getroffen, 1x hab ich ihn wieder aufgefangen, mich beim Gegner kurz entschuldigt und gleich weiter gemacht...
>>Die Macht möge mit euch sein<<
Wukerl
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Re: Re:

Beitrag von Wukerl »

Harnikfan hat geschrieben:
Zusatzfrage (möchte keinen eigenen Tread aufmachen): Wie ist das mit dem Ball herunterfangen nach einem Serviceaufwurf?
Mir ist gestern 2x passiert, dass ich mir den Ball total schief nach hinten aufgeworfen habe. 1x hab ich den Aufschlag trotzdem ausgeführt und deshalb auch nicht getroffen, 1x hab ich ihn wieder aufgefangen, mich beim Gegner kurz entschuldigt und gleich weiter gemacht...
Sobald der Ball deine Hand verlässt gilt es als Service und ein herunterfangen des Balles kommt einem Servicefehler gleich
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Harnikfan
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Re: Re:

Beitrag von Harnikfan »

Wukerl hat geschrieben:
Harnikfan hat geschrieben:
Zusatzfrage (möchte keinen eigenen Tread aufmachen): Wie ist das mit dem Ball herunterfangen nach einem Serviceaufwurf?
Mir ist gestern 2x passiert, dass ich mir den Ball total schief nach hinten aufgeworfen habe. 1x hab ich den Aufschlag trotzdem ausgeführt und deshalb auch nicht getroffen, 1x hab ich ihn wieder aufgefangen, mich beim Gegner kurz entschuldigt und gleich weiter gemacht...
Sobald der Ball deine Hand verlässt gilt es als Service und ein herunterfangen des Balles kommt einem Servicefehler gleich
Ok, dann ist das im Vergleich zum Tennis völlig konträr... und ich muss mich wohl beim Gegner für seine Toleranz bedanken..
>>Die Macht möge mit euch sein<<
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Re: Re:

Beitrag von xLeitix »

Harnikfan hat geschrieben: Jedenfalls waren die Satzpausen gestern definitiv zu lang, da wesentlich länger als eine Minute.
Sicher. Aber ich hab es nicht als unsportlich empfunden. Sollen die sich gegenseitig länger coachen, wenn sie etwas mehr Zeit brauchen. Da ist das von dir angesprochene Herumzupfen an den Schuhbändern schon ein anderes Thema, da es offensichtlich keine anderen Zweck hat als den Gegner zu provozieren bzw. aus seinem Lauf rauszubringen.
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