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 Betreff des Beitrags: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Di 18. Okt 2016, 21:07 
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Nachdem ich mich wieder entschlossen habe live dabei zu sein, werde ich die nächsten Tage ein paar Eindrücke von der EM 2016 schildern.
Budapest wirkt auf den "westlichen Besucher" wie im Dornröschenschlaf. Ein Besuch im Nationalen Geschichtsmuseum beginnt mit einem 15-minütigen Anstellen vor der Kassa. Ein Mann in der Kassa, der etwas überfordert ist, zwei Mann beim Eintritt zum Museum, die etwas unterfordert sind. Niemand, der korrigiert. Die Geschichtsdarstellung erwartungsgemäß nationalistisch (Habsburgerreich wird ungarisch eingefärbt ;) ).
Der Weg zur Halle ist Intuitionssache. Kein Wegweiser, kein Hinweisschild. Ein Pförtner 200m vor dem Ziel ist ahnungslos (Tabletennis?? PingPong??EM??). Erwartungsgemäß finden nur Insider in die Halle. Nach einigen internationalen Veranstaltungen hat man sich daran gewöhnt.
Heute ist Eröffnungstag. Die offizielle Eröffnung gerät zur Farce. Eine Folkloretruppe, die auf beeengtem Raum fehl am Platz ist, versucht ihr Bestes und wird weit unter Wert geschlagen. Der ungarische Repräsentant hält mit langem Gerede die Eröffnung auf, endlich geht es los.
Das Ambiente ist gut, die Randtische etwas vernachlässigt, und gerade dort muss Danny ein Quali-Spiel gegen den Italiener Mutti austragen. Die Partie ist von einer Fehlerorgie von Danny geprägt, ein Schläger-Kantenball jagt den anderen, die Abstimmung passt gar nicht. Vielleicht hat er noch Losglück und schafft trotzdem noch den Aufstieg. Zwei spärliche Shops im Rundgang locken kaum Publikum. Wird das Angebot noch besser?
Morgen gibt es mehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 08:16 
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Foren-Gott

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Danke für Deine ersten Eindrücke! Ich freue mich auf weitere Infos aus erster Hand. @HdB sollte ja sicher auch in Budapest anzutreffen sein.
Viel Spass :wave:


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 22:47 
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Wenn man die U-Bahn betritt, wird an jeder Station das Ticket noch persönlich kontrolliert. Man fragt sich unweigerlich, wie diese Personalkosten finanzierbar sind. Ansonsten ist das öffentliche Verkehrssystem gut ausgebaut. In der Halle angekommen erhält man für ein Wochenticket ein Armband, das man eine ganze Woche tragen soll?! Naja. Der Securitycheck mit Metalldetektor wirkt etwas übertrieben, ist aber vielleicht eine Vorgabe des Verbandes. Nach einem Rundgang entdecke ich weitere Shops, die vorallem den Schwerpunkt auf Textilien zu günstigen Preisen legen. Pech, dass ich mehr an Spielmaterial interessiert bin. Der Zeitplan wartet heute mit einer Überraschung auf, von 16:30 bis 18:00 ist tatsächlich komplett Pause. Die Scheinwerfer werden ausgeschaltet und man bleibt perplex zurück :scratch: Erfreulich sind die großen Spielstandanzeigen für jeden Tisch und die großen Monitore, so ist man immer gut informiert.

David schafft den Einzug in den Hauptbewerb mit viel Kampfgeist. Er ist heute wahrscheinlich der lauteste Spieler. Service und erste VH sind erwartungsgemäß das Erfolgsrezept. Wenn er den Ball früh am Tisch nehmen kann, ist er im Vorteil. RH und das Spiel in der Halbdistanz gehen fast immer an den Gegner. Danny schafft einen Pflichtsieg und qualifiziert sich damit für eine Zwischenrunde. Diese wird nach einer 3:0 Satzführung und mehreren Matchbällen (!) doch noch zum Zittersieg. Die gute Form aus der deutschen BL blitzt zu keiner Zeitpunkt auf. Hoffentlich kann er sich besser auf die Bedingungen in der Hauptrunde einstellen, denn dann wird diese Form nicht mehr reichen.


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2016, 03:18 
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stealth hat geschrieben:
In der Halle angekommen erhält man für ein Wochenticket ein Armband, das man eine ganze Woche tragen soll?! Naja.

Festivalbesucher (Frequenzy, Nova Rock,...) tragen solche Armbänder (ich vermute mal dass es sich um ein solches handelt) sogar nach dem Festival als Zeichen der Teilnahme noch über Monate (oft genau ein Jahr bis zum nächsten) noch freiwillig mit sich herum.
Aber ich kann dich grundsätzlich verstehen, ich mag sowas auch nicht wirklich.

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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2016, 22:18 
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Heute war schon richtig gute Stimmung in der Halle, natürlich auch weil noch einige UngarInnen im Rennen sind. Dass diese ausnahmslos die guten Mitteltische bespielten und nur diese von einem lauten Platzsprecher angekündigt wurden, ohne Rücksicht auf die anderen Partien, war mMn dann doch zu viel. Die Leistungen der ÖstereicherInnen war etwas durchwachsen und so breitet man besser den Mantel des Schweigens über manche Auftritte. Hervorzuheben sind die Erfolge von Stefan mit einem soliden Auftaktsieg im Einzel und an der Seite von Monteiro im Doppel. Robert setzt sich in einem doch recht knappen Match gegen den deutschen Meister 2013 Steffen Mengel durch. Ansonsten gab es ein Haufen spannender Partien. Lokalmatadorin Pota kann sich nach einem 0:3 Satzrückstand doch noch zurückkämpfen gegen die groß aufspielende 18-jährige Ho Tintin. Die 53-jährige Ni Xialian schafft die 2. Runde mit ihrem unangenehmen Noppenspiel. Wobei das Materialspiel mit dem neuen Ball mMn deutlich entschärft wurde. Selbst die ehemalige Europameisterin Pavlovich oder der ehemalige Europameister Gionis mussten in der ersten Runde kämpfen. Vorallem bei den Herren ist erkennbar, dass das Spiel gerader und athletischer wurde, auch wenn dadurch die schönen Bälle für die Gallerie rar geworden sind. Die Abstände zwischen den Spielern scheint geringer geworden zu sein, somit war die erste Runde auch interessanter als früher.


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Fr 21. Okt 2016, 07:34 
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Foren-Gott

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Zitat:
Hoffentlich kann er sich besser auf die Bedingungen in der Hauptrunde einstellen, denn dann wird diese Form nicht mehr reichen.


Das scheint sich leider im Doppel fortgesetzt zu haben. Schade, dass Danny & Robert schon so früh ausgeschieden sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Fr 21. Okt 2016, 17:24 
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Foren-Gott
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Danke für die Berichterstattung Berti :notworthy:

Wenn siehst du als Favorit bzw. Wer sind bisher die Überraschungen?

Hast du das Doppel gesehen? Wobei Gärell/Källberg alles andere als angenehme Gegner sind!

_________________
FORZA ITALIA !!!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Fr 21. Okt 2016, 22:22 
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Heute gab es die erste Überraschung, der Titelverteidiger Ovtcharov schied aus! DYJAS Jakub?? Vor einem Jahr hätte den wohl noch niemand auf der Rechnung gehabt, aber inzwischen Nr45 der Welt. Natürlich hat Ovtcharov viele Sitzer, vorallem auf der RH vergeben, aber trotzdem eine starke Vorstellung des Polen. Nach dem Ausscheiden des Favoriten kommen für mich nur Freitas oder Boll in Frage, wobei Boll bis jetzt noch nicht wirklich gefordert wurde. Samsonov wirkte bis jetzt nicht in Form, aber Erfahrung ist natürlich eine Qualität. Freitas hatte durchaus gegen Duda zu kämpfen, der wirklich kraftvoll und dominant spielte, es fehlte eben nur mehr ein Quäntchen, dann wäre der Deutsche weiter. Vielversprechend wirkt Kallberg, auch wenn er auf den ersten Blick nicht ein so athletisches Spiel hat, aber eben Spielübersicht und Gefühl über Tisch. Olah war bis jetzt für mich ein NoName, aber mit starker Leistung. Shibaev mit Zittersieg, da sehe ich keine Steigerung. Gauzy wie immer mit vielen Bällen aus der Halbdistanz, aber reicht das gegen druckvolle Spieler in den nächsten Runden? Lebesson ging heute so ziemlich jede VH auf, aber kann er dieses Niveau halten? Kou Lei eine klassische chinesische VH-Maschine. Ich bin gespannt wie er sich gegen Kallberg tut, der über Tisch sicher besser ist. Groth und Kristian Karlsson sind die für mich am schwersten einzuschätzende Spieler. Insgesamt ist der Generationswechsel aber merkbar und vielleicht gibt es einen Überraschungssieger. Das moderne Spiel ist schnell, hart und nah am Tisch, somit auch eine Konditionsfrage bei so einem Turnier. Am besten austrainiert und fit wirkten die Deutschen. Das ist sicherlich wegweisend, auch wenn es heute 3 Niederlagen setzte. Wie schon geschrieben sind die Leistungsunterschiede enger geworden. Beide Österreicher haben nicht wirklich überzeugt, sodass ich sie nicht unmittelbar in den Favoritenkreis einbeziehe, auch wenn sie letztlich beide mit Kampfgeist den Aufstieg geschafft haben. Da bedarf es noch einer Leistungsexplosion gegen die Topspieler, aber Achtelfinale ist natürlich schon eine Bestätigung ihrer Ranglistenplatzierung. Nach der Pflicht folgt nun morgen die Kür.


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Fr 21. Okt 2016, 22:28 
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Ani hat geschrieben:
Hast du das Doppel gesehen? Wobei Gärell/Källberg alles andere als angenehme Gegner sind!

Ja, habe ich gesehen. Danny nicht in Form und Robert auch nicht überzeugend, in Summe nicht ausreichend. Gerell/Kallberg finde ich eine gute Kombination, vorallem weil Kallberg immer stärker wird und auch sehr selbstsicher für sein Alter am Tisch wirkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Sa 22. Okt 2016, 07:48 
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Für mich auch immer interessant wie die Serviceregel ausgelegt wird. Die Schiedsrichter legen vermehrt den Schwerpunkt auf den Ballwurf. Das betrifft sowohl die Aufwurfhöhe als auch den nahezu senkrechten Wurf. Beides trifft auch Stefan. Das starke Zurückwerfen wird nicht mehr toleriert. Außerdem wird beim Verdecken auch auf die Körperteile außer der Hand geachtet. Niemand lässt mehr den freien Arm stehen. Allerdings wird dann schon mal der Ellbogen hochgeklappt bzw die Schulter oder der Kopf mit einer Vorwärtsbewegung des Oberkörpers dazwischengeschoben. Der gesamte Ballwurf ist somit frei einsichtlich, just aber zum allerletzten und wichtigsten Zeitpunkt des Schlägerkontaktes geht der Körper nach vorne, sodass oft schwer zu sagen ist, ob verdeckt oder nicht. Die Chinesen praktizieren das ja schon längere Zeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: EM 2016, Budapest
BeitragVerfasst: Sa 22. Okt 2016, 22:17 
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Mit Mühe und viel Routine schafft der letzte Favorit Timo Boll das Semifinale. Was Olah in den ersten beiden Sätzen spielte, war unglaublich. In seiner lässigen Art, mit der er die schwersten Bälle auspackt, erinnert er mich an Karakasevic. Die Fitness allerdings auch. In den Satzpausen muss er sich auf den Sessel des Betreuers ausruhen. Ebenfalls beeindruckend die Leistung von Dyjas. Eine bärenstarke RH, schnelle Beine und ein echtes Kämpferherz. Ob sein Körper dieses anstrengende Spiel aushält wird sich zeigen, es fehlt ihm doch an Muskelmasse. Der dritte im Überraschungspaket ist Lebesson, wie er Freitas abmontiert hat war kraftvoll und unerbittlich. Auch er zählt zu den Spielern, die das Spiel ganz schnell machen und am Tisch kleben. So wie es ausschaut wird sich dieses Spiel immer mehr durchsetzen.


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