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 Betreff des Beitrags: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 00:36 
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Kampfschupfer
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Dieser Thread hat den Anspruch für alle möglichen politischen Themen offen zu sein.

Mich interessiert es zB wie sinnvoll es ist, die Wehrpflicht abzuschaffen. Deutschland hat es schon getan, viele andere europäische Staaten, wie Spanien und Frankreich auch.

Die SPÖ denkt laut darüber nach, die ÖVP ist eher dagegen.

Meine erster Gedanke diesbezüglich geht in die Richtung: Ja, sofort abschaffen!

Es werden jedoch von Befürwortern der Wehrpflicht Argumente zum Tragen gebracht, die in die Richtung gehen: Wer übernimmt die Aufgaben, die jetzt die Zivildiener verrichten und wer bezahlt dies. Andere befürchten dass der Katastrophenschutz und die Landesverteidigung nicht mehr gewährleistet ist.

Ich glaube, ein Berufsheer könnte den Katastrophenschutz genauso bewerkstelligen und was die Landesverteidigung betrifft, ist vielleicht der Beitritt Österreichs zur Nato eine Option. Die Sache mit der Neutralität finde ich nicht mehr zeitgemäß.

Was denkt Ihr? Wehrpflicht ja oder nein?


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 23:20 
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Hobbynudler

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Ich würde den Wehrdienst/Zivildienst langsam reduzieren. Den Wehrdienst auf 4 Monate, Zivildienst auf 6 Monate und langsam aber doch in den nächsten 3-4 Jahren völlig abschaffen. Um den Umstieg leichter zu verdauen sollte man nicht radikal abschaffen sondern einfach langsam abbauen. Generell finde ich den Wehrdienst schwachsinnig, den Zivildienst in manchen Funktionen jedoch relativ wichtig.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 23:37 
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Kampfschupfer
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Zitat:
Generell finde ich den Wehrdienst schwachsinnig


Sehr mutig von Dir diese Aussage! Und Du stehst mit dieser Meinung sicher nicht allein da.

Ich persönlich würd ihn jetzt nicht als schwachsinnig bezeichnen, bin aber für eine schellstmögliche Abschaffung. In der Umfrage haben sich bis jetzt allerdings 3 Personen für die Beibehaltung des Wehrdienstes ausgesprochen. Es würde mich brennend interessieren, warum?

Können Soldaten in einem Berufsheer nicht viel besser ausgebildet werden?

Zitat:
den Zivildienst in manchen Funktionen jedoch relativ wichtig.


Ich möchte den Zivildienst überhaupt in Frage stellen. Natürlich verrichten die Zivis wichtige Arbeit, aber warum stellt man nicht einfach die Arbeitskräfte, die benötigt werden, normal an? Sicher kostet das Geld, aber so ist das halt, kein Grund um Zivis auszunutzen.


Zuletzt geändert von Manfred am Mi 23. Feb 2011, 00:40, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Mo 21. Feb 2011, 23:46 
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Hobbynudler

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Manfred hat geschrieben:
Zitat:
Generell finde ich den Wehrdienst schwachsinnig

Ich möchte den Zivildienst überhaupt in Frage stellen. Natürlich ist er wichtig, aber warum stellt man nicht einfach die Arbeitskräfte, die benötigt werden, normal an? Sicher kostet das Geld, aber so ist das halt, kein Grund um Zivis auszunutzen.

Stimmt, stimmt. Geb ich dir recht. Aber das kann/darf einfach nicht radikal passieren. Glaube kaum, dass man innerhalb von wenigen Monaten die kompletten Zivildiener ersetzen kann. Bei Institutionen wie den Wiener Kinderfreunden wird bereits überlegt anstelle von Zivildienern ehemalige Zivildiener (oder andere, "neue" Personen) geringfügig anzustellen. Ist auch finanziell kein wirkliches Problem. Beim Rettungswesen (Rotes Kreuz, Samariterbund, ect.) und der Pflegeabteilung (Alterspflege, Behindertenbetruung,...) wäre der plötzliche Umstieg aber zu radikal.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 00:03 
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Kampfschupfer
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Zitat:
Stimmt, stimmt. Geb ich dir recht. Aber das kann/darf einfach nicht radikal passieren. Glaube kaum, dass man innerhalb von wenigen Monaten die kompletten Zivildiener ersetzen kann. Bei Institutionen wie den Wiener Kinderfreunden wird bereits überlegt anstelle von Zivildienern ehemalige Zivildiener (oder andere, "neue" Personen) geringfügig anzustellen. Ist auch finanziell kein wirkliches Problem. Beim Rettungswesen (Rotes Kreuz, Samariterbund, ect.) und der Pflegeabteilung (Alterspflege, Behindertenbetruung,...) wäre der plötzliche Umstieg aber zu radikal.



Ja, das ist mir schon bewusst.

Wie kann der Umstieg aussehen? In den Medien wird hin und wieder von einem freiwilligen sozialen Jahr gesprochen, der den Zivildienst ersetzen soll. Ich frage mich jedoch, welche Anreize es für so ein freiwilliges Jahr geben soll. Warum soll das jemand machen, wenn er für die gleiche Tätigkeit auch einen normalen Gehalt bekommen kann...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 15:16 
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Trainingsweltmeister

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Manfred hat geschrieben:
Ich möchte den Zivildienst überhaupt in Frage stellen. Natürlich ist er wichtig, aber warum stellt man nicht einfach die Arbeitskräfte, die benötigt werden, normal an? Sicher kostet das Geld, aber so ist das halt, kein Grund um Zivis auszunutzen.


und wie finanzierst du die hauptamtlichen mitarbeiter, die dann zb beim roten kreuz zusätzlich notwendig wären?
das würde, soweit ich weiss, die gemeinden betreffen

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 15:47 
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oliver463 hat geschrieben:
Manfred hat geschrieben:
Ich möchte den Zivildienst überhaupt in Frage stellen. Natürlich ist er wichtig, aber warum stellt man nicht einfach die Arbeitskräfte, die benötigt werden, normal an? Sicher kostet das Geld, aber so ist das halt, kein Grund um Zivis auszunutzen.


und wie finanzierst du die hauptamtlichen mitarbeiter, die dann zb beim roten kreuz zusätzlich notwendig wären?
das würde, soweit ich weiss, die gemeinden betreffen


Eine berechtigte Frage! Das bedeutet, die Gemeinden benötigen mehr Geld, das kann aufgebracht werden.

Ich sehe in der Politik jede Menge Einsparungsmöglichkeiten:

ZB sollten gehirnamputierte Kurse seitens des AMS (Englisch-Anfänger-Kurs für Akademiker, Informatik-Einsteiger Kurse für Informatiker, Kurse bzw Ausbildungen für Leute, die kurz vor der Pension stehen und denen eine teure Ausbildung finanziert wird, bis sie das Pensionsalter erreicht haben) gestrichen werden, sie kosten nur unnötig Geld.

Darüberhinaus fallen mir auf die Schnelle enorme Einsparungsmöglichkeiten in der EU ein. Österreichische Politiker sollten österreichisches Steuergeld in der EU nicht auch noch aufdrängen, nach dem Motto: "Nehmt unser Geld! Wieviel wollt ihr haben? Es ist genug da, wir nehmen uns halt Kredite auf!" Die Oberfrechheit besteht darin, den aufgenommenen Kredit für Griechenland den mündigen österreichischen Bürgern auch noch als Gewinn zu erklären, bzw. zu verkaufen, nach dem Motto, wir kriegen von Griechenland mehr Geld zurück als wir Zinsen und Zinseszinsen für den für Griechenland aufgenommenen Kredit bezahlen. Das ist Schwachsinn. Unabhängige Experten sind sich darin einig, dass Greichenland nach bestimmter Zeit ein Verfahren stellen kann (in Ö1 wurde das damals genau erklärt, so genau kann ich mich jetzt auch nicht mehr erinnern), das zum Ziel die Erlassung einer Teilschuld hat. Und das wird garantiert passieren.

Es gibt sicher noch viele andere Einsparungsmöglichkeiten um Rotkreuzmitarbeiter finanzieren zu können, muss der Staat den Gemeinden das Geld halt zur Verfügung stellen. Es könnten zB die total nutzlosen Bundesräte abgeschafft werden etc. etc.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 19:08 
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ich finds historisch witzig ausgerechnet den zivildienst als begründung für die wehrpflicht heranzuziehen. aber offensichtlich rechnet man mit der vergesslichkeit der bevölkerung. ich gehöre noch dem jahrgang an, dem die worte wehrdienstverweigerer und gewissenskommission etwas sagen. man musste vor einer kommission glaubhaft machen, warum man nicht den dienst mit der waffe ableisten will/kann. da gäbe es bände zu erzählen, wie willkürlich und menschenverachtend agiert wurde. und die es geschafft hatten, diese kommission zu überstehen, wurden übelst beschimpft und in der öffentlichkeit diffamiert. besonders die övp und die fpö hatten sich hervorgetan. das archiv ist die rache. jeder kann das noch im internet recherchieren. heute wird aus der selben ecke dieser einst so verachtete zivildienst als feigenblatt missbraucht. erbärmlich. unglaubwürdig. lächerlich.
und dieses geldargument kann ich schon nicht mehr hören. wenn es um den sozialen dienst an dem nächsten geht, ist kein geld da, aber für die eurofighter macht man 2 milliarden locker. ich bin dankbar für solche themen, denn sie zeigen die wirklich verlogenen in der politik und trennen spreu von weizen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 19:57 
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stealth hat geschrieben:
ich finds historisch witzig ausgerechnet den zivildienst als begründung für die wehrpflicht heranzuziehen. aber offensichtlich rechnet man mit der vergesslichkeit der bevölkerung. ich gehöre noch dem jahrgang an, dem die worte wehrdienstverweigerer und gewissenskommission etwas sagen. man musste vor einer kommission glaubhaft machen, warum man nicht den dienst mit der waffe ableisten will/kann. da gäbe es bände zu erzählen, wie willkürlich und menschenverachtend agiert wurde. und die es geschafft hatten, diese kommission zu überstehen, wurden übelst beschimpft und in der öffentlichkeit diffamiert. besonders die övp und die fpö hatten sich hervorgetan. das archiv ist die rache. jeder kann das noch im internet recherchieren. heute wird aus der selben ecke dieser einst so verachtete zivildienst als feigenblatt missbraucht. erbärmlich. unglaubwürdig. lächerlich.
und dieses geldargument kann ich schon nicht mehr hören. wenn es um den sozialen dienst an dem nächsten geht, ist kein geld da, aber für die eurofighter macht man 2 milliarden locker. ich bin dankbar für solche themen, denn sie zeigen die wirklich verlogenen in der politik und trennen spreu von weizen.

Stimmt stimmt. Ich bin froh, dass ich in diese Zeit hineingeboren wurde. Ich hätte mich auch damals wohl schon für den Zivildienst entschieden und auch mit allen Mitteln versucht dem Wehrdienst zu entkommen, da dieser in meinen Augen einfach lächerlich und sinnlos ist.
Dieses "Nummern-Dasein" hat mich schon bei der Stellung/Musterung total abgeschreckt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 23:04 
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Zitat:
wenn es um den sozialen dienst an dem nächsten geht, ist kein geld da, aber für die eurofighter macht man 2 milliarden locker


Zumindest die Grünen behaupten, die Luftraumüberwachung sei auch vom Boden möglich...(ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen)

Zitat:
Ich hätte mich auch damals wohl schon für den Zivildienst entschieden und auch mit allen Mitteln versucht dem Wehrdienst zu entkommen, da dieser in meinen Augen einfach lächerlich und sinnlos ist.


Die Einführung des Wehrdienstes hat historische Wurzeln und war früher sicher eine sinnvolle, notwendige Einrichtung in der Gesellschaft. Denn die Landesverteidigung gehört zu den grundlegenden Aufgaben eines Staates.

Die Situation in Europa hat sich aber grundlegend geändert, nicht mehr europäische Staaten kämpfen untereinander, sondern es besteht ein Staatenbund innerhalb Europas, der in fast allen politischen Bereichen schon um Zusammenarbeit bemüht ist, warum nicht auch im Bereich der gemeinsamen Verteidigung der EU? Schlagwort Berufsheer(weil bessere Ausbildung der Soldaten) in allen Mitgliedsländern...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 23:17 
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dass es genügend einsparungspotential gibt, bestreitet vermutlich niemand - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dinge wie zb die verwaltungsreform, die ja schon ewig herumgeistern, jetzt angegangen werden

ich hab jedenfalls damals das verladen von hilfsgütern, die zb nach ex-juguslawien transportiert wurden, nicht als sinnlos empfunden

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2011, 23:55 
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oliver463 hat geschrieben:
dass es genügend einsparungspotential gibt, bestreitet vermutlich niemand - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dinge wie zb die verwaltungsreform, die ja schon ewig herumgeistern, jetzt angegangen werden

ich hab jedenfalls damals das verladen von hilfsgütern, die zb nach ex-juguslawien transportiert wurden, nicht als sinnlos empfunden


Stichwort Verwaltungsreform:

Bundesräte können die Erlassung von Gesetzen nur verhindern...

Österreich hat über 2000 Gemeinden, nicht wenige haben eine eigene Abwasserentsorgung, Abfallwirtschaft und sonstige Infrastruktureinrichtungen...hier kann man sicher Synergien schaffen

Der Bund hat 4 Wetterdienste und jetzt kommts, sogar das Bundesheer hat seinen eigenen! riesen Einspaarungspotential...

Die österreichischen Spitäler haben bei weniger als 200-300 Betten Kostennachteile, mehr als 2/3 der öst. Spitäler betrifft das!

Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Soft- und Hardware Standards in Bund, Ländern, Gemeinden, das heißt unterschiedliche Kosten für die Anschaffung, die Wartung, sowie anfallender Schulungen...

in Wien gibt es fast 100 Polizeiinspektionen, das heißt viel Papierkram innerhalb der Inspektionen, wenige Außendienstmitarbeiter...München mit Umland hat 25 Inspektionen und fast doppelt soviele Außendienstmitarbeiter...

usw...


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Mi 23. Feb 2011, 19:30 
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Neues Thema:

Theodor zu Guttenberg, Verteidigungsminister Deutschlands soll große Teile seiner Doktorarbeit durch Abschreiben verfasst haben.

Zuerst hat er die Plagiatsvorwürfe mit Nachdruck bestritten, nun verzichtet er freiwillig auf seinen Doktortitel (was eigentlich gar nicht geht).

Ich persönlich glaube nicht, dass er die Arbeit selbst verfasst ist, so dumm kann niemand sein. Ich unterstelle mal, dass fast alle wissenschaftlichen Arbeiten großteils so zustandekommen, dass vorhandene Literatur herangezogen wird und neu formuliert wird.

Dass er sich nicht einmal die Mühe des Umformulierens gemacht hat, lässt mE darauf schließen, dass hier jemand gewusst hat, wie man zu leichtem Geld kommt. (Das heißt, er hat sie nicht selbst verfasst)

Noch hat er den Rückhalt der CDU. Die Frage ist, wie lange noch. Ist jemand, der offensichtlich täuscht und betrügt, in oberster politischer Position tragbar? Sind die Tage von Zu Guttenberg gezählt? Wie wäre das in Österreich? Würde das österreichische Volk so eine Dreistigkeit tolerieren?


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Mi 23. Feb 2011, 23:09 
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abenteuerliche theorie :roll: - klingt wie die kombination aller berichte auf standard.at der letzten tage zu diesem thema *g

viel interessanter finde ich den punkt,dass die arbeit ursprünglich sehr gut bewertet wurde und sie nun nachhinein angeblich grobe (lt.medienberichten) mängel aufweist - wie passt das zur ursprünglichen beurteilung bzw wie wurde die arbeit damals geprüft?

wie läuft ein derartiger prüfungsprozess überhaupt ab? evtl. kann dieter da weiterhelfen

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Mi 23. Feb 2011, 23:28 
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Kampfschupfer
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Zitat:
klingt wie die kombination aller berichte auf standard.at der letzten tage zu diesem thema *g


na ein bisschen Selbstdenken darfst Du mir schon zugestehen

Zitat:
viel interessanter finde ich den punkt,dass die arbeit ursprünglich sehr gut bewertet wurde und sie nun nachhinein angeblich grobe (lt.medienberichten) mängel aufweist - wie passt das zur ursprünglichen beurteilung bzw wie wurde die arbeit damals geprüft?


Sie wurde wahrscheinlich deshalb für sehr gut bewertet, weil die Inhalte einfach eine gute Qualität besitzen. Die Arbeit umfasst, ich glaub ca.400-500 Seiten (150 hätten für die Doktorarbeit gereicht). Die groben Mängel sind nach meinen Informationen nur auf die nicht vorhandene Zitation zurückzuführen. Er hat seitenweise übernommen und interessanterweise nur vereinzelt Wöter ausgetauscht...

Da er zur Zeit der Dissertation bereits in seiner Partei aktiv tätig war, sein Nebenberuf Millionär ist, glaub ich ist es nicht so falsch anzunehmen, dass ein Ghostwriter dahintersteckt. (wenn er es selbst geschrieben hätte, hätte er richtig zitiert bzw das schon vorhandene von ausgesuchter Literatur umformuliert, wenn er schon nicht selbst denken wollte)


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 03:26 
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Hobbynudler

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Muss man Dokotor sein, um ein guter Minister zu sein?
Unser Verteidigungsminister war nicht mal beim Heer... :mrgreen:

Als aktueller Stundent bin ich natürlich auch mit Plagiaten konfrontiert, und man glaubt ja gar nicht wie schnell ein ansich ohne böse Absichten verfasster Text zu einem Plagiat wird.
Gerade in gewissen Forschungsbereichen gibt es kaum noch neues Wissen, da wird bereits vorhandenes Wissen dann neu zusammengefasst und eventuell mit dem einen oder anderen neuen Aspekt versehen.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er sich bei seiner Arbeit nicht sonderlich viel Mühe gegeben hat, und man sie dann gut beurteilt hat, weil er eben der Herr von und Zu Guttenberg ist und außerdem schon politisch engagiert.

Mal sehen wies weiter geht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 09:13 
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Trainingsweltmeister

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ich hab bei der matura geschummelt - muss ich die dann auch zurückgeben?

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 11:16 
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oliver463 hat geschrieben:
ich hab bei der matura geschummelt - muss ich die dann auch zurückgeben?


Wie lebt es sich damit, die Reifeprüfung nicht ehrenvoll abgelegt zu haben?

Hast Du ein ähnlich schlechtes Gewissen wie Freiherr von und zu Guttenberg?


Zuletzt geändert von Manfred am Do 24. Feb 2011, 15:09, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 14:33 
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Jägermeister
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oliver463 hat geschrieben:
ich hab bei der matura geschummelt - muss ich die dann auch zurückgeben?


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 21:46 
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Harnikfan hat geschrieben:
Muss man Dokotor sein, um ein guter Minister zu sein?
Unser Verteidigungsminister war nicht mal beim Heer... :mrgreen:

Als aktueller Stundent bin ich natürlich auch mit Plagiaten konfrontiert, und man glaubt ja gar nicht wie schnell ein ansich ohne böse Absichten verfasster Text zu einem Plagiat wird.
Gerade in gewissen Forschungsbereichen gibt es kaum noch neues Wissen, da wird bereits vorhandenes Wissen dann neu zusammengefasst und eventuell mit dem einen oder anderen neuen Aspekt versehen.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er sich bei seiner Arbeit nicht sonderlich viel Mühe gegeben hat, und man sie dann gut beurteilt hat, weil er eben der Herr von und Zu Guttenberg ist und außerdem schon politisch engagiert.

Mal sehen wies weiter geht.


Man ist jedenfalls kein "guter Minister" wenn man sich auf unehrenhafte Weise einen Doktortitel erschleicht. Du sprichst im Folgesatz Darabos an. Ich habe das Gefühl, dass Darabos, als "Wehrdienstverweigerer", dem Bundesheer in seiner eigentlichen Bedeutung eine eher untergeordnete Stellung beimißt und den Sparstift ansetzt, wo es nur irgendwie geht. Ob das gut ist, ist eine andere Frage, über die es sich zu diskutieren lohnt...

Zitat:
Als aktueller Stundent bin ich natürlich auch mit Plagiaten konfrontiert, und man glaubt ja gar nicht wie schnell ein ansich ohne böse Absichten verfasster Text zu einem Plagiat wird.
Mit welchen Plagiaten bist Du konfrontiert? Arbeiten von Mitstudenten? Sofern richtig zitiert bzw Sinngehalte von schon vorhandener Literatur mit eigenen Worten zum Ausdruck gebracht werden, sehe ich keinen Grund von Plagiaten zu sprechen.

Einfach abschreiben ohne zu zitieren, das weiß jeder halbwegs vernünftige Student bedeutet "Schummeln" und ist nicht zulässig. Guttenberg ist sicher kein Vollpfosten. Wenn er schon nicht eigene Gedanken produziert, dann hätte er schon vorhandenes in eigenen Worten artikuliert, um sich später keinen Ärger einzuhandeln. Also meine laut Oliver "abenteuerliche Theorie" ist, dass jemand anderer, den zu Guttenberg irrtümlicherweise als fähig und zuverlässig eingeschätzt hat, sie für ihn geschrieben hat.

Der Doktortitel wurde ihm bereits aberkannt und die Frage ist, kommt er da ohne großen politischen Schaden raus. Hat sie seinem Ansehen geschadet? Ich glaub seine Tage sind gezählt, schon allein deshalb weil die Opposition ihm das immer und immer wieder in "neuen Verpackungen" vorwerfen wird.
Wenn das in Ö einem Politiker passieren würde und dieser nicht Mitglied einer rechtsradikalen Partei ist, wo man sich alles erlauben kann, solange die Gesinnung und die bzw. das einzige pol. Thema stimmt, ist er genauso weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 22:58 
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Manfred hat geschrieben:
Mit welchen Plagiaten bist Du konfrontiert? Arbeiten von Mitstudenten? Sofern richtig zitiert bzw Sinngehalte von schon vorhandener Literatur mit eigenen Worten zum Ausdruck gebracht werden, sehe ich keinen Grund von Plagiaten zu sprechen.

Auch. Gab bereits im ersten Semester bei uns 2 Plagiate. Um ein Plagiat handelt es sich auch bei einer "Zusammenarbeit" und Studenten neigen halt nunmal dazu gemeinsam zu arbeiten, sich auszutauschen und zu ergänzen.
Außerdem wird fast vor jeder größeren Arbeit auf die Konsequenzen eines Plagiats hingewiesen....

Es gibt ja auch das sogenannte "Ideenplagiat". Vorallem hier muss man glaub ich höllisch aufpassen. :?:

@ Matura: Natürlich ist schummeln nicht sehr ehrenhaft, aber auf der anderen Seite lernt man so viel "unnötiges" Zeug für die Matura um dann erst recht eine Frage über ein Thema zu bekommen, welches man etwas zu wenig gelernt hat. Die momentane Wertigkeit und Form der Matura muss man sowieso auch hinterfragen, wie ich finde...

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Do 24. Feb 2011, 23:18 
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Zitat:
Um ein Plagiat handelt es sich auch bei einer "Zusammenarbeit" und Studenten neigen halt nunmal dazu gemeinsam zu arbeiten, sich auszutauschen und zu ergänzen.


Meinst Du, wenn Studenten zusammenarbeiten und sich ergänzen, dass 2x die gleiche Arbeit entsteht(vielleicht mit geringfügigen Abweichungen)?

Zitat:
Es gibt ja auch das sogenannte "Ideenplagiat". Vorallem hier muss man glaub ich höllisch aufpassen. :?:


Um Gottes Willen? Was verstehst Du genau darunter? Wenn ich für eine wissenschaftliche Arbeit Literatur zur Hand nehme und die Gedanken mit eigenen Worten wiedergebe?

Betreffend Matura würd es mich interessieren, wo bzw wie Oliver geschummelt hat, bei der Erstellung der Fach,-oder Spezialarbeit? Hat er vorhandene Literatur hierzu einfach kopiert? Das machen im schulischen Bereich wahrscheinlich eh die meisten. Solange man bei der mündlichen Prüfung weiß, worum´s geht...
Eine Dissertation ist dann halt schon was anderes, wo man bei der Erstellung derselben die Einhaltung gewisser Rahmenbedingungen und Regeln einfach erwartet und erwarten können muss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Fr 25. Feb 2011, 00:50 
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Hobbynudler

Registriert: So 15. Jun 2008, 01:00
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Manfred hat geschrieben:
Zitat:
Um ein Plagiat handelt es sich auch bei einer "Zusammenarbeit" und Studenten neigen halt nunmal dazu gemeinsam zu arbeiten, sich auszutauschen und zu ergänzen.


Meinst Du, wenn Studenten zusammenarbeiten und sich ergänzen, dass 2x die gleiche Arbeit entsteht(vielleicht mit geringfügigen Abweichungen)?

Zitat:
Es gibt ja auch das sogenannte "Ideenplagiat". Vorallem hier muss man glaub ich höllisch aufpassen. :?:


Um Gottes Willen? Was verstehst Du genau darunter? Wenn ich für eine wissenschaftliche Arbeit Literatur zur Hand nehme und die Gedanken mit eigenen Worten wiedergebe?

Betreffend Matura würd es mich interessieren, wo bzw wie Oliver geschummelt hat, bei der Erstellung der Fach,-oder Spezialarbeit? Hat er vorhandene Literatur hierzu einfach kopiert? Das machen im schulischen Bereich wahrscheinlich eh die meisten. Solange man bei der mündlichen Prüfung weiß, worum´s geht...
Eine Dissertation ist dann halt schon was anderes, wo man bei der Erstellung derselben die Einhaltung gewisser Rahmenbedingungen und Regeln einfach erwartet und erwarten können muss.


Naja, bei unserer Matura haben sich fast alle gegenseitig bei der schriftlichen Matura eingesagt. Gerade das Listening (Englisch) und die Biomatura war dafür prädestiniert. (wie mir nachher mitgeteilt wurde)
Ich bin zwar gegen Schummeln, aber wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein...

@ Plagiat: Ja klar, wenn zwei Personen von der Idee und von den Inhalten her die gleiche Arbeit abgeben (mit kleinen unbedeutenden Unterschieden)
Und Ideenplagiat nennt man es meines Wissens, wenn man eine fremde Idee als seine eigene ausgibt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Sa 26. Feb 2011, 00:35 
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Registriert: So 14. Nov 2010, 21:31
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Zitat:
Naja, bei unserer Matura haben sich fast alle gegenseitig bei der schriftlichen Matura eingesagt. Gerade das Listening (Englisch) und die Biomatura war dafür prädestiniert. (wie mir nachher mitgeteilt wurde)


Schummeln bei der Matura, ist das ein Massenphänomen? Na, egal.

Zitat:
Ich bin zwar gegen Schummeln, aber wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein...


Richtig, aber im Thread wurde bisher eh noch kein Stein geworfen! :D Nicht dass hier noch jemand erschlagen wird! :evil:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Thread für politisch Interessierte
BeitragVerfasst: Sa 26. Feb 2011, 01:03 
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Registriert: So 14. Nov 2010, 21:31
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Barack Obama....der erste schwarze Präsident der USA

Als er gewählt wurde, wurde er als der neue Messias gefeiert. Der neue Superstar der Politik. Egal in welchem europäischen Land er auftaucht, die Massen jubeln ihm zu. Seit Amtsbeginn sinken die Umfragewerte stetig und die von Manuel aufgezeigten wirtschaftlichen Probleme in den USA, aber nicht nur diese, könnten ihm die Wiederwahl kosten.

Was hat Obama bisher bewegt, wie wichtig ist es für die Welt, die USA und Europa, dass er wiedergewählt wird?


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